Photographiert-Werden

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„Für jemanden, der wie ich seine Zeit entweder über Büchern oder hinter der Kamera verbringt, ist der Schritt vor die Kamera mit einem besonderen Unbehagen verbunden: Die unbestechliche Optik erklärt mich zweifellos zu einem Angehörigen der sichtbaren Welt, in all meiner Körperlichkeit, deren Erscheinung sich nur bedingt meinem Willen unterwirft. Photographiert-Werden heißt gerade im Portrait: Sich-Ausliefern, eine un-geheuere Lage – gäbe es hinter der Kamera nicht einen Menschen, der mir wohlgesonnen ist.

Ute Friederike Schernau strahlt Fröhlichkeit und Vertrauen aus. Ihr Blick begegnet mir als Person und nicht als visuellem Objekt. Ihr Sehen ist ein Verstehen, ich fühle mich nicht bloßgestellt, sondern verstanden. Geradezu ansteckend ist die Begeisterung, mit der sie ›das Bild‹ von mir sucht. Jetzt wird mir auch klar, wie es ihr gelingt, dass ihre Modelle zwar hell umlichtet, aber niemals ausgeliefert sind. Die Bilder sind getragen von Heiterkeit im Wortsinne: von einer Klarheit, die den Blick für das Wesentliche gerade in der Leichtigkeit öffnet. Das Geheimnis liegt vielleicht auch in der Lichtstimmung: Ich bin geborgen im Licht, das mich umflutet, und strahle in seinem Widerschein.“
Dr. Matthias Burchardt, Philosoph

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