Die Busenqualle – Halbritters Tier- und Pflanzenwelt

Die Busenqualle.
Die Busenqualle begegnete mir irgendwann im Grundschulalter im Bücherregal meiner Eltern. Zusammen mit allerlei seltsamen Wesen und Pflanzen bevölkerte sie ein wissenschaftlich-anmutendes Karikaturwerk: „Halbritters Tier- und Pflanzenwelt“. Erschienen 1975 war es insofern Produkt seiner Zeit, da es neben pseudobiologischen Erklärungen, Fantasielandkarten auf dem Vorsatzpapier und lustigen Wortschöpfungen eine kleine Portion Lüsternheit enthielt. Außerdem wurde dem neugierigen Betrachter so gut wie kein Körperteil vorenthalten.

Auf jeder Seite gab es Neues zu Entdecken: Einen wörtlich genommenen Fußpilz, Kakteen, die Menschen in der Wüste zerquetschen konnten, ein Beinhorn. Aus heutiger Sicht zeitloser Humor, der auch von meinem Dreijährigen geschätzt und, zumindest teilweise, verstanden wird. Kurt Halbritter arbeitete zu Lebzeiten als Karikaturist und Illustrator unter anderem fürs Satire Magazin „Pardon“ und die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Er erfand die Frankfurter Dialekt babbelnden Werbefiguren Schorsch und Schaa für die Binding-Brauerei.

Für mich waren die Kombinationen aus Körper(teilen), Landschaften und Texten in Halbritters Tier- und Pflanzenwelt sowohl irritierend, als auch folgerichtig und natürlich. Und das erlebe ich heute lustiger Weise auch an den Reaktionen meiner Kinder.